Schon über 1000 Unterschriften für mehr Krippenplätze in Hannover – Landesregierung hat keinen Grund zum Feiern!
Die von Hannoveraner Elternvereinen ins Leben gerufene Initiative „Mehr Krippenplätze in Hannover!“ kann die Freude von Kultusministerin Heister-Neumann über den 10.000 neu geschaffenen Krippenplatz im Land Niedersachsen nicht teilen. „Der Ausbau der Krippenplätze kommt bei den derzeit betroffenen Eltern nicht an“, so die Sprecherin der Initiative Ilka Sommer. „Wenn man aktuell auf einen Platz angewiesen ist und auch nach 30 Anmeldungen nur Absagen erhält, tröstet diese Meldung wenig.“
Niedersachsen ist mit seinem Krippenplatz-Ausbau von einem sehr niedrigen Niveau gestartet. Dass das Land nun beim Zuwachs der Plätze auf Platz 6 von 16 Bundesländern ist, heißt gar nichts. Darunter sind 6 ostdeutsche Bundesländer, die aufgrund ihrer hohen Betreuungsquoten gar keinen Zuwachs in diesem Maße benötigen. Um bis 2013 ein bedarfsgerechtes Angebot an Krippenplätzen bereitzustellen, fordern die Eltern einen stärkeren und zügigeren Ausbau von der Landesregierung und der Stadt Hannover.
Bisher wird davon ausgegangen, dass nur ein Drittel der Eltern von unter dreijährigen Kindern eine Fremdbetreuung in der Krippe oder bei einer Tagesmutter wünscht. „Der Bedarf wird gnadenlos unterschätzt“, so Sommer. „Mit der Einführung des Elterngelds ist der gewünschte Wiedereinstieg in den Beruf nach einem Jahr zum Normalfall geworden“, so Sommer. „Wir haben uns mit dem Elterngeld ein Stück Skandinavien nach Deutschland geholt ohne gleichzeitig die flächendeckende Betreuungsinfrastruktur zu importieren.“
Solange keine bedarfsgerechte Betreuung für alle Kinder gewährleistet sei, verdienen auch die Klagen über den Fachkräftemangel, geringe Geburtenzahlen und klamme öffentliche Haushalte kein Mitleid. Die Kampagne „Mehr Krippenplätze in Hannover“ kann man im Internet unterzeichnen unter http://mehr-krippenplaetze-in-hannover.de/ Im ersten Monat haben sich rund 1000 Personen online oder handschriftlich beteiligt.
